Endometriose

 

Die Endometriose ist eine häufige Frauenkrankheit. Sie verläuft in der Regel chronisch, aber gutartig. In manchen Fällen beeinträchtigt sie nicht nur das körperliche Wohlbefinden, sondern sie kann auch seelische Folgen haben und eine Partnerschaft empfindlich belasten. Man geht davon aus, dass ca. 10 – 15 % der Frauen im gebärfähigen Alter davon betroffen sind. Bei Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch findet man bei fast der Hälfte der Frauen eine Endometrioseerkrankung.

 

Welche Beschwerden können bei einer Endometrioseerkrankung auftreten

Endometriose

Endometriose

Bei der Erkrankung können unterschiedlichste Beschwerden auftreten. Häufig stehen Schmerzen bei der Periodenblutung im Vordergrund, in manchen Fällen kann es zur Beeinträchtigung anderer Organsysteme kommen (z.B. Blase, Darm, Nieren oder Harnleiter)

Typischerweise können Schmerzen beim Geschlechtsverkehr auftreten. Darüber hinaus kann die Endometriose die spontane Fruchtbarkeit einer Frau beeinflussen.

Das vielfältige Erscheinungsbild ist sicher ein Grund dafür, dass eine Endometriose oft erst nach mehreren Jahren entdeckt wird. Experten gehen davon aus, dass vom Auftreten der ersten Symptome bis zur Diagnosestellung im Mittel 6(!) Jahre vergehen. Eine korrekte Diagnose ist jedoch die Grundvoraussetzung für eine wirksame und erfolgreiche Behandlung.

 

Was sind die Ursachen

LSK schematisch

LSK schematisch

Die Ursachen der Endometriose sind bis heute ungeklärt, obgleich die Krankheit schon 1861 von dem Arzt Rokitansky beschrieben wurde. Es gibt verschiedene Theorien zur Entstehung der Endometriose. Zur Diskussion stehen der Rückfluss des Menstruationsblutes durch die Eileiter in den Bauchraum (retrograde Menstruation), erbliche Veranlagung, Fehlfunktionen des Immunsystems, die lokale Verschleppung der Schleimhaut bei Operationen an der Gebärmutter sowie die Ausbreitung der Endometriumzellen über Blut- und Lymphbahnen. Auch Umwelteinflüsse können einen Einfluss auf die Entstehung der Krankheit haben. Man geht davon aus, dass es sich bei der Entstehung der Endometriose um ein multifaktorelles Geschehen handelt.

 

Was kann man machen?

Operation

Operation

Nicht bei jeder Endometrioseerkrankung ist eine Operation notwendig. In einigen Fällen kann eine Therapie mit Medikamenten die Beschwerden lindern.

Unter bestimmten Umständen ist jedoch eine operative Therapie nicht zu vermeiden - insbesondere wenn zusätzlich Kinderwunsch besteht:

Die professionelle Sanierung einer Endometrioseerkrankung erfordert die vollständige Entfernung der Endometrioseherde. Diese Radikalität bei der Entfernung der Herde kann heute praktisch immer mit der Technik der Bauchspiegelung (Laparoskopie) erreicht werden. Soll - was oft der Fall ist - zugleich die Fruchtbarkeit erhalten werden, müssen zwei Ziele angestrebt werden: Die gesunden Anteile der Eierstöcke sollte beim Vorliegen von Endometriosezysten (Endometriom, "Schokoladenzyste") möglichst geschont werden. Ausserdem sollte neue, operationsbedingte Verwachsungen zwischen Eileitern, Eierstöcken, Dickdarm, Gebärmutter und Bauchfell soweit wie möglich vermieden werden. Besteht zusätzlich Kinderwunsch gehört die Behandlung der Endometriose unbedingt in die Hand von Spezialisten, denn zur Entfernung der Endometrioseherde bei gleichzeitiger Erhaltung und Wiederherstellung der betroffenen Organe bedarf es speziell schonender chirurgischer Techniken bei zugleich radikal vollständiger Herdentfernung. War für diese Eingriffe ursprünglich die Eröffnung der Bauchhöhle notwendig, bietet die Endometriose-Behandlung am geschlossenen Bauch über die Technik der Mikro-Bauchspiegelung sowohl für die Patientin als auch für den damit erfahrenen Operateur Vorteile. Da das Innere der Eileiter meist unversehrt bleibt, führen mit Geduld und Präzision durchgeführte wiederherstellende Operationen nicht nur zur Behebung der Endometriose sondern nicht selten auch zum spontanen Auftreten von Schwangerschaften.